Webvideopreis 2016 – viel mehr als Schminkvideos und Comedy

wvp16Und das war er auch schon wieder… der Webvideopreis in Düsseldorf. Gestern Abend wurde im CASTELLO in Düsseldorf bereits zum sechsten Mal der Deutsche Webvideopreis verliehen. Der Preis wird seit 2011 jährlich von der EWVA (European Web Video Academy) verliehen und zeichnet herausragende und innovative Webvideos in Blogs und auf Videoplattformen aus. Markus „Videopunk“ Hündgen und Dimitrios Argirakos, Gründer des Webvideopreises, betonen schon länger, dass es beim Webvideopreis längst nicht mehr nur um Youtube geht. Tolle Webvideos gibt es schließlich auch auf anderen Plattformen.

Nachdem der Webvideopreis im letzten Jahr auch live im Fernsehen übertragen wurde, ist man in diesem Jahr zu seinen Wurzeln zurückgekehrt: Fans und Interessierte, die nicht vor Ort anwesend sein konnten, hatten die Chance, per Livestream via Youtube, Facebook und Twitch von zu Hause aus mitzufiebern. Und natürlich gab es auch in Social Media jede Menge Einblicke, auch vom roten Teppich und dem Rahmenprogramm der Gala. In diesem Jahr war natürlich – wenig überraschend – auch Snapchat besonders populär.

Meine persönlichen Highlights des #wvp16

Der Webvideopreis wurde in insgesamt 13 Kategorien verliehen, darunter unter anderem die Kategorien Journalism, Arthouse, Newcomer, Commercial, Lifestyle und Music. Alle Gewinner der einzelnen Kategorien findet Ihr auf der Website des Webvideopreises. Ich fand besonders die folgenden Auszeichnungen bemerkenswert:

In der Kategorie 360° hat mich die Nominierung „Durch die Augen eines Schweins“ von Animal Equality Germany und Thomas D sehr begeistert. Den deutschen Webvideopreis haben sie dann auch verdient nach Hause geholt.

Ein weiteres Highlight war für mich die Auszeichnung der „Dattelträger“, die den Webvideopreis 2016 in der Kategorie „Newcomer“ abgeräumt haben. Fiete, Marcel, Younes, Nemi und Farah möchten mit ihrem Youtube-Kanal nach eigenen Angaben „als muslimische Youtuber den gängigen Stereotypen und Vorurteilen von und vor allem gegenüber Muslim_innen den Bildungsdschhad erklären“. Schon mehrmals haben wir nun gesehen, dass man von den ausgezeichneten Newcomern beim Webvideopreis auch später noch viel gehört hat, beispielhaft seien hier die Lochis genannt, die den Newcomer-Award beim Webvideopreis 2012 gewonnen haben. Ich wünsche mir von den Dattelträgern noch ganz viele tolle Videos. Gehet hin und abonniert ihren Youtube-Kanal. Am besten jetzt sofort! ;)

An meinen Highlights seht Ihr, dass der Webvideopreis weit mehr ist als Schminkvideos und Comedy. Der Webvideopreis hat auch eine politische und gesellschaftliche Dimension. Max von HandOfBlood hat in seiner Dankesrede (Herzlichen Glückwunsch zum Webvideopreis in der Kategorie Gaming!) dann auch passend dazu an die Youtuber im Saal und im Livestream appelliert (meine freie Interpretation): „Ihr macht den Content, Ihr habt eine Verantwortung, also macht keinen sexistischen Asi-Content. Wenn Youtuber ernst genommen werden wollen, müssen sie sich der Verantwortung gegenüber ihren Zuschauern bewusster werden. Ihr sagt, der Zeitgeist verlangt nach Asi-Content. Aber Ihr seid Influencer, also beeinflusst doch den Zeitgeist und redet Euch nicht raus.“

Die ganze Ansprache von Max kann man sich hier anschauen:

Ich freue mich sehr, dass ich auch in diesem Jahr wieder beim Webvideopreis dabei sein und die neuesten Strömungen der Branche aufsaugen durfte. Es war wie immer sehr erhellend und lehrreich.  Ansonsten ist mir übrigens mit Schrecken aufgefallen, dass ich seit meiner Berichterstattung vom letztjährigen Webvideopreis erst zum dritten Mal hier blogge. Ich gelobe wie immer Besserung, es könnte aber auch ein klitzekleines bisschen damit zusammenhängen, dass ich in jüngster Zeit eher auf dem seriöseren Zweitblog aktiv war.

Wer bis hierhin gelesen hat und immer noch nicht genug hat vom Webvideopreis … die Aufzeichnung des Livestreams sowie auch das Rahmenprogramm auf dem roten Teppich kann man sich hier anschauen.

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