Wird Social Media in 2016 endlich mehr gewertschätzt?

Ich bin in den vergangenen fünf Jahren mehr oder weniger stark beruflich mit dem Thema Social Media befasst gewesen. Was haben wir in diesen fünf Jahren diskutiert, gebloggt und gestritten! „Gehört Social Media eigentlich zu Marketing, oder doch eher zu PR?“ „Ist Social Media Manager überhaupt ein richtiger Beruf?“ „Wird es Social Media Manager langfristig geben, oder ist das eher nur ein Übergangsphänomen?“

Jetzt, Anfang 2016, glauben wir schon etwas mehr zu wissen, aber weiterhin bleibt es spannend. Große Konzerne beschäftigen Social Media Manager, teilweise sogar Mitarbeiter nur für Blogger Relations oder Social Media Monitoring. Schnell vergisst man, dass auch heute noch viele Firmen sich keinen eigenen Social-Media-Verantwortlichen leisten. Und wenn, dann ist es leider immer noch zu oft ein Werkstudent oder Praktikant. Wie gesagt, ich spreche hier nicht von großen Konzernen, Gesellschaften und Behörden.

Endlich ein paar konkrete Zahlen

Ein Schlüsselerlebnis in 2015 war für mich die Studie des BVCM zum Status von Social Media & Community Management in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Hier ein paar Zahlen: 54% der befragten Professionals geben an, dass es in ihrem Unternehmen keine übergreifende Digitalstrategie gibt. 39% der Unternehmen führen für ihr Social Media Engagement keinerlei Erfolgsmessung durch.

Besonders frappierend fand ich aber die Angaben zu Gehältern in der Branche: 23% der befragten Social Media Manager gaben an, weniger als 30.000 Euro im Jahr zu verdienen, weitere 31 % verdienen bis zu 40.000 Euro p.a. Ich KANN mir das nur so erklären, dass in der Umfrage auch ein signifikanter Teil an Praktikanten und Werkstudenten als Social Media Manager zu Wort kam. Anderenfalls bin ich einfach nur entsetzt, wie wenig Wertschätzung diesem überaus wichtigen Thema im Unternehmenskontext teilweise zukommt!

Es gibt noch viel zu tun

Ein absoluter Lichtblick war da die Tatsache, dass das Buch „Der Social Media Manager“ von Vivian Pein nun schon in der zweiten Auflage erschienen ist. Das Buch habe ich an anderer Stelle schon ausführlich besprochen, daher nur soviel: Es vermittelt sehr fundiert die Rolle von Social Media im Unternehmenskontext, und zwar nicht nur in Marketing und PR, sondern auch im Kundenservice, im Recruiting, in der internen Wissenvermittlung und Kollaboration.

#DSoMeMaBesonders wertvoll finde ich auch die Rubrik „Social Media Manager im Profil“, in der gestandene Social Media Manager über ihren Werdegang und ihre täglichen Herausforderungen berichten. Hier sieht man einmal mehr, dass die Ausbildung zwar noch immer alles andere als einheitlich ist, dass aber jeder der Interviewten entweder einen fundierten Kommunikationshintergrund, Marketing-Background oder aber schon jahrelange Erfahrung im Betreuen von Communities o.ä. hat. Gute Social Media Manager fallen eben doch nicht vom Himmel. Und falls doch mal ein sehr junger, sehr talentierter, empathischer Social Media Rockstar das Unternehmen im Social Web voranbringt, möge er doch bitte anständig bezahlt werden. ;)

Ich habe es schon gefühlt so oft gesagt und geschrieben: Social Media ist nichts, was „nebenbei“ erledigt werden kann, was einfach so mitläuft, was die Aushilfe erledigt… Social Media durchdringt jeden Teil eines Unternehmens (und seien es nur die Mitarbeiter, die mit ihren persönlichen Profilen das Image eines Unternehmens entscheidend mit beeinflussen), und es werden dringend Leute gebraucht, die diesen andauernden Wandel begleiten. Ob das hauptberufliche Social Media Manager sind, oder ob demnächst jeder Kundendienstmitarbeiter, Marketing Manager und HR-Verantwortliche Social Media im Unternehmenkontext ganz selbstverständlich einsetzt… man weiss es nicht. Auf alle Fälle sollten in 2016 noch viel mehr Entscheider in Unternehmen Vivians Buch lesen. Das würde uns allen sehr helfen!

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