Webvideopreis 2015 & die Youtube-Szene – Eine Reise, die noch lange nicht zuende ist

Am vergangenen Wochenende fand im Castello in Düsseldorf der fünfte Deutsche Webvideopreis statt. Der Preis wird jährlich von der European Web Video Academy (EWVA) verliehen und zeichnet herausragende und innovative Webvideos in Blogs und auf Videoplattformen aus. Der allererste Webvideopreis wurde 2011 im Essener Astra-Theater verliehen, seit 2012 findet die Veranstaltung in Düsseldorf statt und ich selbst hatte die große Freude, seit 2012 jedes Jahr bei der Preisverleihung vor Ort zu sein. In diesem Jahr war die Preisverleihung erstmals auch für die Öffentlichkeit zugänglich und so konnten neben den geladenen Gästen viele weitere Zuschauer ihre Youtube-Idole hautnah erleben. Nicht zu vergessen auch die Live-Übertragung der Galaveranstaltung ins deutsche Fernsehen! Hier kann man sich die gesamte Veranstaltung noch einmal vom heimischen Sofa aus angucken:

Seit 4 Jahren beobachte ich mit sehr viel Faszination, wie sich die Webvideo-Branche immer weiter professionalisiert hat und immer weiter gewachsen ist. Die diesjährigen Nominierten und vor allem natürlich auch die Sieger der Preise in den einzelnen Kategorien kann man auch anderenorts im Netz gut nachlesen und werden daher nicht Thema dieses Blogposts sein.

Mein erster Webvideopreis 2012:  „Da existiert ja wirklich noch eine ganz andere Welt!“

Im März 2012 kam der Deutsche Webvideopreis zum ersten Mal nach Düsseldorf, und zwar ins Savoy-Theater auf der Graf-Adolf-Straße. „Videopunk“ Markus Hündgen erzählte schon lange immer mal wieder beim Feierabendbier oder sich sonst bietenden Gelegenheiten, dass da unter der Oberfläche etwas heranwächst, wovon die Marketing- und Kommunikationsverantwortlichen dieser Welt nicht einmal ahnen, dass es existiert, eine echte Webvideo-Subkultur eben. (Wie recht er doch hatte!) Davon wollte ich mir bei der Preisverleihung im Savoy-Theater in besagtem März 2012 selbst ein Bild machen. Exemplarisch für das, was sich mir dort offenbarte, war vielleicht das Gespräch mit meinem „Sandkastenfreund“ Bernd in der Einlass-Schlange. Bernd organisiert das Yumee in Düsseldorf und kannte sich schon damals weit besser in der Youtube-Szene aus als ich. Während ich ihm in der Schlange „die Großen“ der Online-Szene aus Journalismus, Marketing und Kommunikation aufzählen konnte – was er stets mit einem „Kenn ich nicht, noch nie gehört den Namen!“ quittierte – ging es mir ähnlich, wenn er mir im Menschenpulk anwesende Youtuber zeigte. Es prallten an diesem Abend im wahrsten Sinne des Wortes zwei Welten aufeinander: die Marketing- und Kommunikations-Professionals/ Netzgemeinde einerseits, und die Youtuber andererseits.  Plötzlich drängelten sich in der Schlange hinter mir zwei kleine Gestalten vorbei, die mir bis etwa zur Hüfte gingen, vorwärtsgeschoben von ihren Eltern und begleitet mit den Worten: „Lassen Sie uns durch, unsere Kinder sind nominiert!!“ Das waren die Lochis, die mit ihrem Toastbrot-Video tatsächlich an diesem Abend den Newbie-Award des Deutschen Webvideopreises abräumten. Der Rest ist Geschichte. ;)

2015 – Ich lerne immer noch jeden Tag dazu

Webvideopreis2015Heute, drei Jahre später, gehören die Lochis mit mehr als 1,4 Millionen Abonnenten zu den Top-Youtubern Deutschands, und auch ich habe in den vergangenen drei Jahren eine Menge über die Szene gelernt.

Den Anfang bildete neben „meinem“ ersten Webvideopreis 2012 insbesondere auch das Videocamp 2013 in den Düsseldorfer Cubic Studios, wo wir gemeinsam einen ersten Schritt aufeinander zu gemacht haben, um die Kluft zwischen der Netzgemeinde und der Generation „Youtube“ zu überwinden. Es sind nach wie vor zwei gänzlich verschiedene Welten, und es liegt mir nach wie vor sehr am Herzen, diese Welten näher zusammenzubringen.

Meinen Beitrag dazu möchte ich mit dem Hinweis auf zwei spannende Event-Formate sowie das Förderprogramm für junge Webvideomacher leisten, die noch viel mehr Aufmerksamkeit verdienen.

Spannende weiterführende Links

Förderpramm der Film- und Medienstiftung NRW und der EWVA:
Webvideomacher aus NRW können sich für die Academy Fellowship bewerben und so bis zu 10.000 Euro für die Umsetzung ihres Projekts erhalten.  Darüber hinaus beinhaltet das Förderprogramm auch ein Schulungs- und Begleitprogramm der EVWA. Weitere Infos und Kontaktdaten gibt es auf der Website: https://webvideopreis.de/de/content/unser-foerderprogramm

Yumee (Youtube User Meeting) in Düsseldorf:
Einmal im Monat treffen sich Youtuber aus ganz NRW zum Yumee, um zu netzwerken und voneinander  zu lernen. Darüber hinaus gibt es jeweils einen Vortrag zu einem aktuellen (Youtube-)Thema. Neue Gesichter sind stets willkommen. Die aktuellen Termine sowie Vortragsthemen erfährt man immer rechtzeitig über die Yumee-Facebook-Seite. Übrigens, liebe Yumees, ich habe immer noch nicht verstanden, wieso es bei Euch „die“ Yumee heißt und nicht „das“ Yumee. Bitte erhellt mich! ;)

Yumee CreatorsCamp:
Leider schaffe ich es meist wegen des Jobs nicht zum Yumee (Asche auf mein Haupt!). Umso mehr freue ich mich daher, dass es ein weiteres spannendes Format gibt, dass i.d.R. samstags stattfindet und somit für mich meist keinerlei Konflikte mit beruflichen Terminen aufwirft: Das Yumee CreatorsCamp (#YumeeCC) ist, wie der Name vermuten lässt, ein Ableger des Düsseldorfer Yumee. Angelehnt an den Barcamp-Gedanken geht es hier in regelmäßigen Abständen jeweils immer einen ganzen Tag lang darum, gemeinsam kreativ zu werden. Näheres zum YumeeCreators Camp, das unterstützt wird von der Hochschule für Technik und Wirtschaft, Forschungsgruppe „Creative Media“, von Dr. Andrea Gschwendtner, findet man ebenfalls auf der Yumee-Facebookseite.

 

3 Gedanken zu „Webvideopreis 2015 & die Youtube-Szene – Eine Reise, die noch lange nicht zuende ist

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