Empfehlungsmarketing im Social Web – Buch von Anne Grabs und Jan Sudhoff

Bereits Ende 2009, als ich meine Diplomarbeit schrieb, war in aller Munde, dass Verbraucher persönlichen Empfehlungen ihrer Freunde viel mehr Glauben schenken als vollmundigen Werbeversprechen. Jetzt, Anfang 2014, hat sich das nicht geändert. Auch 2009 gab es schon zahlreiche Möglichkeiten für Verbraucher, in Form von User Generated Content Empfehlungen und Rezensionen zu Produkten zu verfassen, sei es bei Amazon, Ciao.de usw., oder über soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Youtube. Unternehmen müssen sich nicht nur dieser Empfehlungsmechanismen im Social Web bewusst sein, sondern sie können auch aktiv etwas dafür tun, positive Empfehlungen zu erhalten. Der Galileo-Verlag hat mir freundlicherweise das neue Buch von Anne Grabs und Jan Sudhoff zur Verfügung gestellt, das ich jedem ans Herz legen kann, für den die Thematik relevant ist.

Tolle Übersichtslektüre für Online-Shops und lokale Händler

EmpfehlungsmarketingCover„Empfehlungsmarketing im Social Web“ ist ein sehr gutes Übersichtswerk, das sich sowohl an Online-Shops als auch an lokale Geschäfte wendet. In der Einführung wird zunächst eine Bestandsaufnahme gemacht: Wie hat sich der Handel in den vergangenen Jahren geändert? Es wird auf die veränderte Customer Journey eingegangen, d.h. auch auf die Tatsache, dass immer mehr Menschen sich online informieren, um dann offline zu kaufen, oder auch umgekehrt. Auch haben Online-Shops heute einmalige Möglichkeiten, über Google Analytics etc. Rückschlüsse auf die Bedürfnisse ihrer Kunden zu ziehen. Diese können sie dann in die Gestaltung der bestmöglichen Customer Experience einfließen lassen. Das Buch von Anne Grabs und Jan Sudhoff ist kein rein „online-fixiertes“ Buch: Es geht in den einzelnen Kapiteln auch um generelle Prinzipien und Strategien für den erfolgreichen Handel, welche dann jeweils mit dem Aspekt des digitalen Marketings und dem Bereich Social Media angereichert werden.

Kurzer Blick in die einzelnen Kapitel – worum es überhaupt geht

Nach einer allgemeinen Einführung widmet sich Kapitel 2 ausführlich dem Social Commerce, in Kapitel 3 geht es um das digitale Marketing, um Google+ Local, um Bewertungen dort und bei Facebook, um Social Ads bei Facebook, und um das digitale Couponing. Auch das Thema Bewertungsplattformen findet hier seinen Platz.

Kapitel 4 behandelt ausführlich den gesamten Themenkomplex Mobile Commerce, der mit Sicherheit in der kommenden Zeit immer wichtiger werden wird. Passend zum allgemeinen Trend zu immer mehr Smartphones in der Bevölkerung und der Tatsache, dass immer mehr Menschen auch mobil Produktrecherchen und Käufe durchführen, findet auch das Thema Mobile Payment Erwähnung. Die Notwendigkeit einer mobil optimierten Website wird hervorgehoben, und das sog. Mobile Couponing vorgestellt.

Die Kapitel 5 und 6 beschäftigen sich mit den allgemeinen Prinzipien des Handels und mit Strategien, die man für ein erfolgreiches Geschäft verfolgen kann. Hier werden auch die Bewertungen auf Bewertungsplattformen und in sozialen Netzwerken noch einmal aufgegriffen und erläutert, wie man an positive Bewertungen für sein Geschäft gelangt. Auch die Kundengewinnung beispielsweise über das Couponing wird noch einmal ausführlicher behandelt, desweiteren gibt es Unterkapitel zur Kundenbindung (Stichwort Social CRM). Social Media bieten die Gelegenheit, die Kunden in die Produktentwicklung mit einzubeziehen, sie nach ihren Vorlieben zu fragen. Fühlt der Kunde sich ernstgenommen in seinen Wünschen, ist das der Kundenbindung immer zuträglich.

Im siebten und letzten Kapitel des Buches werden noch einmal die wichtigsten Tools für Online-Händler und stationäre Händler aufgeführt und erläutert. Der Leser erfährt, welche Preisvergleichsportale, Bewertungsplattformen und Empfehlungsmarketing-Tools es gibt, und wie man diese für sein Geschäft nutzen kann. Auch das Thema Influencer bzw. Blogger Relations findet Platz unter den Empfehlungsmarketing-Tools: Der Leser lernt, wie er die für ihn relevanten Influencer ausfindig machen und ansprechen kann.

Tipps für Social-Media-Monitoring-Tools und Tools z.B. zur Erstellung von eigenem Content (Infografiken, Videos) geben die Autoren dem Leser ebenfalls mit auf den Weg, ebenso wie eine kurze Übersicht über Werbemöglichkeiten bei Facebook, Google (Google Adwords, Google Shopping) und Youtube.

Mein Fazit

Das Buch ist sehr umfassend angelegt und ermöglicht einen Überblick auch für diejenigen, die sich bisher noch nicht so stark mit dem Thema befasst haben. Einige Themen tauchen in verschiedenen Artikeln quasi doppelt (jedoch jeweils mit unterschiedlichem Schwerpunkt) auf, aber das muss wohl so sein, damit man die Artikel auch losgelöst voneinander durcharbeiten kann. So kann jeder dort einsteigen, wo er ein Wissensdefizit hat. Positiv hervorzuheben sind auf jeden Fall die Querverweise, so dass der Leser sich ausgehend von seinem persönlichen Informationsbedarf tiefer in die Materie einlesen kann, die für ihn relevant ist. Da das Buch so umfassend ist, muss ihm natürlich zwangsläufig an einigen Stellen die Tiefe fehlen, denn sonst wären weit mehr als 400 Seiten zustande gekommen. Als Übersichtswerk ist es aber unschlagbar.

Müsste ich an „Empfehlungsmarketing im Social Web“ etwas kritisieren, dann nur das eine: Ich hätte mir das Buch schon etwas früher gewünscht, und zwar zu meiner Zeit als PR & Social Media Coordinator bei KUMON. Für die lokalen KUMON-Lerncenter sind Bewertungsplattformen und Dienste wie Google+ Local natürlich immer recht relevant. Auch beim Thema Werbung auf Facebook und Empfehlungsmarketing gab es immer mal wieder Fragen aus den Lerncentern. Ich hätte ihnen gern dieses Buch ans Herz gelegt, aber das kann ich ja heute immer noch tun! :)

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