Social Media kann mehr! – Einsatz für Marktforschung und Produktentwicklung

Social Media sind mehr als ein weiterer Werbekanal!

Steter Tropfen höhlt ja bekanntlich den Stein und ich habe das Gefühl es muss mal wieder gesagt werden: Social Media sind weit mehr als ein weiterer Kanal, in den man seine Marketingbotschaften pustet! Große Unternehmen beschäftigen mittlerweile fast durch die Bank weg professionelle Social-Media-Mitarbeiter, und sind da also schon recht weit. Bei kleinen und mittelständischen Unternehmen sieht man aber oft noch, dass Potenziale nicht erkannt oder nicht ausgeschöpft werden.

Mittlerweile ist so ziemlich jedem Unternehmen klar, dass Social Media nicht mehr weggehen werden, dass man ein Engagement z.B. bei Facebook als Investition in die Zukunft betrachten muss, wenn man in fünf Jahren nicht weg vom Fenster sein will, in den Köpfen der jüngeren Generation noch „stattfinden“ will, mal ganz provokativ ausgedrückt. Dass ich der Meinung bin, dass nicht jedes Unternehmen zwingend einen Facebook-Account benötigt, soll an dieser Stelle aber nicht vertieft werden.

Fakt ist jedenfalls, dass Facebook-Unternehmensseiten immer noch wie Pilze aus dem Boden sprießen. Es fällt jedoch auf, dass leider immer noch viele Unternehmen Social Media bloß als weiteren Kanal für ihre Marketing- und PR-Botschaften sehen. Das kann nicht nur nicht funktionieren, sondern ist auch ein enormes verschenktes Potenzial!

Social Media für die Marktforschung – Zuhören lernen!

Millionen von Nutzern und Kunden hinterlassen im Social Web ihre Meinung zu Produkten, ihre (nicht immer) konstruktive Kritik und sagen, was ihnen fehlt und was sie sich wünschen. Wir müssen nur lernen hinzuhören!

Mann mit MegafonUnternehmen haben schon unzählige Euros in die Marktforschung gesteckt um zu antizipieren, welche Produkte von den Kunden gewünscht sind bzw. wo ein Bedarf besteht. Nicht selten wurde an der Kundschaft vorbei entwickelt und viel Geld verbrannt. Auch hier kann Social Media helfen: Wir sitzen auf einem riesigen Datenschatz (Stichwort: Big Data), den es zu heben gilt. Internetnutzer haben Meinungen, Produktbewertungen, Empfehlungen usw. an vielen Stellen im Web in Foren, Blogs und Social Networks hinterlassen. Im Minutentakt werden Facebook-Posts und Tweets veröffentlicht, veröffentlichen Youtuber Produktreviews auf ihren Kanälen. Wir müssen diese „nur“ finden und auch auswerten.

Der Einsatz von professionellen Social Media Monitoring Tools kann hier helfen, wird aber aus Budgetgründen natürlich nicht für jedes Startup oder kleine und mittelständische Unternehmen in frage kommen. Aber es gibt auch eine Reihe kostenloser Alternativen, die eine gute erste Einschätzung ermöglichen. Hauptsache man fängt an, hinzuhören, was die eigene Zielgruppe eigentlich umtreibt.

Crowdsourcing oder: Einbeziehung der Community in die Produktentwicklung

Wenn bereits eine Community vorhanden ist, z.B. in Form des eigenen Kundenstamms, der Newsletter-Abonnenten und/ oder einer funktionierenden Facebook-Fanseite, kann man an diese sogar konkrete Fragen stellen. Zu recht geringen Kosten kann man so ein Stimmungsbild erhalten und konkrete Fragestellungen erörtern, die für die eigene Strategie von Bedeutung sind. Die Auswertung des Feedbacks kostet natürlich mindestens personelle Ressourcen, aber das sollte klar sein.

Crowdsourcing (auch: Co-Creation) beispielsweise ist eine tolle Möglichkeit, die eigenen Kunden in die Produktentwicklung einzubeziehen. Ein gern herangezogenes Praxisbeispiel ist Dell mit seiner Plattform Ideastorm. Ein weiteres Best Practice Beispiel ist Intersnack mit „Chipsfrisch“, die nach einer Crowdsourcing-Aktion die Sorten „ Rot-Weiss Schranke“ und „Currywurst-Style“ auf den Markt gebracht haben. „Currywurst Style“ hat sich laut horizont im Verkaufsranking auf Platz 2 direkt nach der beliebtesten (Standard-) Sorte „Ungarisch“ platzieren können. Hier kann man also durchaus von einem gelungenen Crowdsourcing sprechen, wo ein Produkt entwickelt und auf den Markt gebracht wurde, das im wahrsten Sinne des Wortes genau dem Kundengeschmack entspricht.

Um nicht am Ende ein Pril mit Hähnchengeschmack produzieren zu müssen, lohnt es natürlich, die „Spielregeln“ im Vorhinein gut zu planen und in Form von Teilnahmebedingungen festzulegen.

Fazit

Festzuhalten bleibt, dass Social Media für Unternehmen enormes Potenzial bieten und weit über das Kommunizieren von Marketing- und PR-Botschaften hinausgehen. Nie zuvor war es so einfach, mit Kunden und potenziellen Kunden so unmittelbar in einen Dialog zu treten und durch Zuhören oder direktes Nachfragen herauszufinden, für welche Produkte und Services es einen Bedarf am Markt gibt. Natürlich kosten Monitoring und Auswertung von Feedback bzw. das Aufsetzen und Durchführen einer Crowdsourcing-Kampagne Geld sowie personelle Ressourcen. Ich finde aber, dass man diese Kosten problemlos den entgangenen Verlusten aus einem schief gelaufenen Produkt-Launch entgegensetzen kann, wenn mal wieder ein Produkt auf den Markt geworfen wurde, für das sich niemand interessiert.

Bilder: freedigitalphotos.net

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