Journalismus im digitalen Wandel – Kurzdoku über 5 Journalisten und ihre Arbeit im Internet

Über Daniel Rehn bin ich kürzlich auf die Doku „Fünf Journalisten/innen über ihre Arbeit im Internet“ von Jonathan Schnitt und Mario Chavarria aufmerksam geworden. Die 23-minütige Dokumentation behandelt den Journalismus im digitalen Wandel und lässt die Journalisten Carolin Neumann, Daniel Bröckerhoff, Martin Giesler, Tilo Jung und Thomas Wiegold zu Wort kommen.

Der Beitrag ist sehr informativ nicht nur für (freie) Journalisten, sondern für jeden, der Social Media bzw. die Öffentlichkeit des Internets für seine Arbeit oder sein Marketing nutzt, also beispielsweise auch Selbständige, Unternehmer und Blogger.

Fünf Journalisten/innen über ihre Arbeit im Internet from Jonathan Schnitt on Vimeo.

Eine eigene Personenmarke aufbauen

In der Doku geht es unter anderem darum, dass man sich als Journalist im Internet eine eigene Personenmarke aufbauen kann, indem man durch Kompetenz und Professionalität überzeugt und dabei gleichzeitig authentisch ist. Indem man nicht nur Links zu eigenen und weiteren Fachartikeln auf Twitter postet, sondern auch mal die eigene Persönlichkeit durchschimmern lässt. Dass man zwar unter Umständen hin und wieder gesagt bekommen kann, man sei ein Selbstdarsteller, dass man vielleicht aber genau das zu einem gewissen Grad auch sein muss, um etwas zu „verkaufen“, – die eigene journalistische Arbeit nämlich.

Nicht jedem fällt es leicht, über den eigenen Schatten zu springen, sich zu öffnen und somit auch angreifbar zu machen, und der Grad zwischen Authentizität und zu viel Privatheit im Netz ist schmal, da sind sich die Protagonisten der Doku einig.

Direkte Interaktion mit dem Leser

Ein weiterer wichtiger angesprochener Aspekt ist der direkte Kontakt zwischen Journalist und Publikum: Die journalistische Arbeit im Internet ist durch den unmittelbaren Kontakt zwischen Journalist und Leser teils viel komplexer als im Offline-Bereich beispielsweise bei einer Zeitung oder beim Fernsehen. Im Internet hat man einen direkten Feedback-Kanal, wenn man als Online-Journalist oder Blogger publiziert. Enthält der veröffentlichte Beitrag sachliche Fehler oder Ungenauigkeiten, fliegt dies schnell auf, und ein Kritiker kann sein Feedback direkt an Ort und Stelle hinterlassen – sichtbar für alle Anderen im Netz.

Fazit

Der digitale Wandel hat den Journalismus stark verändert. Er ist schnelllebiger und komplexer geworden, bietet aber auch viele neue Chancen, die es zu nutzen gilt. Es bleibt spannend: Während einerseits immer neue Hiobsbotschaften über insolvente Zeitungen die Runde machen, beobachte ich andererseits die Journalisten, die sich im Netz tummeln und hier ihr eigenes Arbeitsfeld geschaffen haben. Positive Beispiele sind für mich neben den im Film Genannten auch Daniel Fiene, Benjamin O’Daniel, Richard Gutjahr und Karsten Lohmeyer, um nur einige wenige zu nennen.

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