Warum wir uns über den Content Marketing Hype freuen können

Ich bin mittlerweile immer überzeugter davon, dass Content Marketing momentan genau das ist: ein Hype.

Wie schon an anderer Stelle geschrieben, ist Content Marketing zwar eigentlich nicht neu, und auch seine Wichtigkeit ist für mich unbestritten und wird langfristig nicht abnehmen. Dennoch finde ich es gerade sehr ärgerlich, wie das Buzzword „Content Marketing“ wie eine Sau durch’s Dorf getrieben und als Allheilmittel angepriesen wird.

Trotzdem ist dieser „Hype“ für uns als Verbraucher eigentlich begrüßenswert. Im Folgenden möchte ich erklären, wieso ich das so sehe.

Suchmaschinenoptimierung von anno dazumal

SEODie Suchmaschinenoptimierung (SEO) für Webseiten hat vor einigen Jahren seltsame Blüten getrieben. Da wurde optimiert, was das Zeug hält, es wurden Texte nur für Google geschrieben, die Keyworddichte möglichst in die Höhe getrieben. Ziel war es nicht, einen für den Leser interessanten Artikel mit echtem Mehrwert zu produzieren, sondern nur, möglichst viele Keywords im Text unterzubringen. Damit sollte dann Google insoweit manipuliert werden, dass man mit seinen Inhalten möglichst hoch in den Suchergebnissen angezeigt wurde.

Ergebnis waren Keyword-überflutete Textwüsten, die teils kaum noch lesbar waren und wo der Leser am Ende mit dem unbefriedigenden Gefühl zurückblieb „Was hat mir das jetzt eigentlich gebracht?“

Ein anderes beliebtes Mittel: Linknetzwerke. Hat ja auch lange Zeit funktioniert.

Google lernt ständig dazu

Google lernt aber stetig hinzu, und nach diversen Updates wie Panda und Pinguin kann Google immer besser „guten“ von „schlechtem“ Content unterscheiden. Guter Content sind solche Inhalte, die helfen, das Image einer Marke zu formen und die Kompetenz des dahinter stehenden Unternehmens zu zeigen. Und die dem Leser etwas bringen. Diese Inhalte müssen also gut recherchiert und fundiert sein und einen Mehrwert bieten, z.B. ein (Informations-) Bedürfnis des Lesers befriedigen oder besonders unterhaltend sein. Die Inhalte sollen für den Leser so interessant und relevant sein, dass er sie gern in seinem Netzwerk weiterverbreitet. Diese sog. Social Signals werden von Google immer stärker gewertet.

Firmen müssen neue Wege gehen, um im Netz gefunden zu werden

Marketeers sind also „gezwungen“, sich andere bzw. weitere Wege zu suchen, um im Netz sichtbar zu sein. Im Netz sichtbar sein heißt in diesem Falle „gut bei Google ranken“. Wo früher noch das inflationäre Nutzen von Keywords und wilden Verlinkungen ausreichte, um eine gute Google-Platzierung zu erhalten, müssen sich Unternehmen heute etwas mehr Mühe geben: Sie müssen wirklich gute Inhalte liefern, also solchen Content, der für die Nutzer gut verdaulich und auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

„Der Köder muss dem Fisch schmecken“ ist ein Sprichwort, dass auch beim Thema SEO jetzt immer besser passt. Inhalte, die für den Leser einen Mehrwert bieten, werden einerseits gern in die eigenen Social Networks geteilt (Social Signals). Andererseits ist auch die Verweildauer auf einer Internetseite ein Indiz für Google, ob der Suchende auf dieser Website mit seiner Google-Suchanfrage fündig geworden ist (ergo: guter Content).

Hindernisse beim Content Marketing

BudgetBisher scheitert Content Marketing im Vergleich zu althergebrachten SEO-Maßnahmen manchmal noch am Unverständnis oder sogar Unwillen der Geschäftsführung bzw. der Bugetverantwortlichen, schließlich handelt es sich hier um einen eher langfristigen Ansatz, wo Ergebnisse teils nicht unmittelbar sichtbar sind. Reputation baut sich kontinuierlich auf und zahlt schließlich immer besser auf das Suchmaschinenranking ein (Stichwort Author Rank bzw. Page Rank).

Darüber hinaus kostet die Generierung von hochwertigem Content beträchtliche personelle und somit auch finanzielle Ressourcen. Ein Linktausch, die inflationäre Nutzung von Keywords sowie bezahlte Werbung (AdWords) erscheinen da kurzfristigeren Erfolg für kleines Geld zu versprechen. Ich bin aber überzeugt, dass sich auch hier das Blatt noch wenden wird und die Wichtigkeit von hochwertigem Content anerkannt wird.

Verbrauchersicht

Für uns als Leser kann ich an den Entwicklungen eigentlich nur Positives finden: Endlich wird wieder für uns geschrieben und nicht nur für den Google-Algorithmus (Ich bin hier bewusst etwas plakativ!). Natürlich verfolgen die Firmen mit ihren Content-Marketing-Bemühungen eigene Ziele, nämlich Imagepflege, Reputationsaufbau und Suchmaschinenoptimierung, um nur einige zu nennen. Aber endlich kommt auch für uns wieder etwas dabei rum: Schön geschriebene, leicht lesbare Texte, die einen echten Mehrwert bieten, vielleicht noch angereichert mit einem tollen Bild oder gar Bewegtbild. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten!

Bilder: freedigitalphotos.net

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