Blättert Ihr noch oder klickt Ihr schon? – Lesen 2.0 [Blogparade]

Die Tage bin ich über den Blogbeitrag von Mike Schnoor gestolpert, der über die Frage philosophiert, wie es denn um unsere Lesegewohnheiten durch die immer stärkere Digitalisierung bestellt ist. Mike ruft nun in seinem Blog zu einer spannenden Blogparade auf und fragt: „Lesen wir (überhaupt) noch Gedrucktes?“

Natürlich lasse ich es mir nicht nehmen, hierzu auch ein paar Worte loszuwerden.

Aber sicher lese ich noch Gedrucktes!!

Ich bin seit jeher eine Leseratte, habe schon als Kind immer tütenweise Bücherstapel aus dem Büchereibus nach Hause geschleppt, der einmal die Woche in unserem Stadtteil Station machte.  Auch heute noch lese ich sehr gern. Leider blieb erst neben dem Studium, dann heute neben der Arbeit, nicht immer soviel Zeit für außeruniversitäre bzw. nicht-arbeitsrelevante Lektüre, wie ich es mir wünschen würde. Und auch der RSS-Feed mit PR-Branchennews und weiteren interessanten Blogs ist ständig gut gefüllt. Jetzt, wo die Lesezeit noch kostbarer geworden ist, genieße ich es umso mehr, mich sonntagsnachmittags, wenn im Herbst draußen der Regen an die Scheibe prasselt, in ein schönes Buch zu vertiefen. Oder im Sommer, wenn ich es mir mit einem schönen Buch auf der Wiese gemütlich machen kann. Beziehungsweise mit meinem eBook Reader. Und da sind wir auch schon beim Thema…

Aber ich liiiebe meinen Kindle!

Circa anderthalb Jahre ist es jetzt her, dass ich meinen Kindle gekauft habe, „damals“ noch aus den USA bestellt, weil hier in Deutschland nicht zu kriegen. Zu dieser Zeit war auch die Auswahl deutschsprachiger Bücher für den Kindle sehr überschaubar bzw. quasi nicht vorhanden. Da ich aber ohnehin auch gerne auf Englisch lese, war das kein Problem.

Bücherbummel-Ausbeute 2011

Ich gehörte bis dahin eigentlich immer zu den Leuten, die gesagt haben „Niemals kommt mir so ein eReader ins Haus, ich will in Büchern auf Papier blättern können!“ Die romantischen Vorstellungen von einer eigenen Hausbibliothek mit Bücherregalen bis unter die Decke und tausenden Schätzen in Form von Büchern, die es zu entdecken gibt, kann und will ich auch bis heute nicht ablegen. Ich lese nach wie vor Bücher auch ganz „altmodisch“ auf Papier, Hardcover-Ausgaben von meinen Lieblingsautoren kaufe ich gern für das „Bibliothekszimmer“, das wir uns zu Hause gerade einrichten.

Aber ich möchte auch meinen Kindle nicht mehr missen! Unvergessen das Erlebnis beim Auspacken des neuen Spielzeugs, lag doch ein Blatt Papier mit „Ladeanleitung“ auf dem Display, das ich nicht zu entfernen vermochte. Huch!! Das war ja gar kein Papier, sondern das Display selbst und die e-Ink-Technologie hatte es mir spätestens zu diesem Zeitpunkt angetan. Lesen auf dem Kindle ist mit der Lektüre auf einem iPad (trotz existierender Kindle-App) oder einem anderen Tablet-PC nicht vergleichbar, auch wenn das viele Leute erstmal gerne in dieselbe Schublade stecken möchten. Der Kindle ist nicht beleuchtet und das Display erscheint wirklich wie eine gedruckte Buchseite. Ich kann wirklich nur jedem empfehlen, in eine Buchhandlung zu gehen und solch einen eReader mal in die Hand zu nehmen! Ihr werdet verstehen, was ich meine…

An die Annehmlichkeiten des Kindle gewöhnt man sich sehr schnell: In den Urlaub kann man theoretisch hunderte Bücher mitnehmen, ohne das Reisegepäck über Gebühr zu strapazieren. Auch lästiges Umblättern entfällt und im Bett kann man prima auf dem Rücken liegend lesen, ohne dass einem der Arm lahm wird.

Der beste Mix aus analog und digital

Kurzum: Ich lebe momentan das für mich Beste aus beiden Welten: Bücher lese ich sowohl mit dem Kindle als auch auf Papier. Eine Tageszeitung lese ich schon lange nicht mehr, hier hält mich das Internet per RSS-Reader bzw. Twitter und Nachrichtenseiten auf dem Laufenden. Eine einzige Zeitschrift habe ich im Abo: das T3N-Magazin. Natürlich gibt es T3N auch online, aber ich muss sagen, ich genieße es einfach auch mal, mich stundenlang in eine Zeitschrift zu vertiefen; die Konzentration ist (bei mir zumindest) doch noch mal eine andere als wenn man alles am iPad oder Rechner liest.

Über kurz oder lang wird sich das digitale Lesen wohl immer mehr durchsetzen und Bücher werden vielleicht zu einer Seltenheit werden (auch wenn ich das sehr schade fände). Dann werde ich mich in meine ganz einsnullige Hausbibliothek zurückziehen und die Nase in meine gesammelten Bücher stecken oder vielleicht auch nur mit meinem Kindle dort auf dem Sofa unter der grünen Leselampe sitzen und mich über die prallgefüllen Bücherregale freuen, die ringsum mich herum aufragen.

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